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DLRG Statistik in Schleswig-Holstein 2025

Veröffentlicht: 10.03.2026
Autor: Ken Blöcker

In Schleswig-Holstein sind mindestens 21 Menschen ertrunken. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich im August. Besonders bei Senioren ist die Zahl der Opfer gestiegen. Aufklärung und Ausbildung gelten als wichtige Schlüssel für mehr Sicherheit.

Eckernförde. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 21 tödliche Unglücke in den Gewässern verzeichnet. Das sind vier Todesfälle weniger als im Jahr 2024. Die meisten Badeunfälle ereigneten sich im August. „In den Herbstferien hat es dann überdurchschnittlich viel geregnet. Die Niederschlagsmenge lag doppelt so hoch wie im langjährigen Mittel. Hätten wir einen goldenen Herbst gehabt hätten wir möglicherweise einen Anstieg der Opferzahl vermelden müssen“, sagte der Landesgeschäftsführer der DLRG Schleswig-Holstein, Ken Blöcker. Denn insbesondere bei gutem Wetter steige die Zahl der Unfälle an.

Die Freizeit an den Küstenstränden während der Bademonate ist und bleibt besonders sicher. Tödliche Unfälle ereignen sich meistens abseits der bewachten Strände. In der Badesaison von Anfang Mai bis Ende September wachen in Schleswig-Holstein jährlich über 3.500 Rettungsschwimmer der DLRG entlang der Küste und an rund 50 Badestellen in Schleswig-Holstein und tragen zur Sicherheit bei. Ohne die ehrenamtlichen Lebensretter hätte es mehr Unglücksfälle gegeben. Die Rettungsschwimmer retteten in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 177 Menschen unmittelbar vor dem Ertrinkungstod.

Knapp über die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignete sich während der Badesaison von Anfang Mai bis Ende August. Allein im Monat August ertranken 7 der 21 Personen.

Anzahl der älteren Opfer gestiegen

Die meisten Opfer in der DLRG Statistik für das Jahr 2025 waren älter als 50 Jahre: 19 der 21 Todesopfer. 6 Opfer waren über 80 Jahre alt. Die Opferzahlen dieser Altersgruppen haben sich damit im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt. Hitze und auch der Sprung ins kalte Wasser können den Körper

sehr belasten und zu gesundheitlichen Problem führen, die schnell lebensgefährlich werden. Angesichts weiter steigender Temperaturen im Zuge der klimatischen Veränderungen ist zu befürchten, dass solche Unfälle womöglich noch zunehmen werden.

Drei von vier Todesopfern waren männlich. „Grundsätzlich stellen wir bundesweit in der DLRG fest, dass gerade unter Männern Übermut und Selbstüberschätzung häufiger auftreten als bei Frauen. Auch der Konsum von Alkohol ist häufig mitursächlich für tragische Unfälle,“ so Blöcker.

Entgegen dem Bundestrend mussten wir bei uns in Schleswig-Holstein 2025 weder Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen beklagen noch steigende Opferzahlen bei den jungen Erwachsenen bis 30 Jahren feststellen. „Darüber sind wir sehr froh. Es zeigt, dass Präventionsarbeit, Schwimmausbildung und Aufsicht wirken,“ so Blöcker.

Mehr Prävention und Ausbildung gefordert

Wir benötigen weiterhin noch mehr Aufklärung. Insbesondere Menschen, die nicht sicher schwimmen können, müssen für die möglichen Gefahren sensibilisiert werden. Auch Wassersportler oder Segler sind leider noch allzu oft unbedarft, was ihre eigene Sicherheit betrifft. In 2025 mussten wir deutlich häufiger zu Einsätzen raus um Hilfe für verunglückte Wassersportlern zu leisten.

Flüsse immer häufiger Unfallorte

Immer mehr tödliche Unfälle finden inzwischen in Flüssen statt. Hier ist in Schleswig-Holstein insbesondere die Elbe hervorzuheben. Während die Opferzahlen am Meer von 9 auf 6 zurückgegangen ist, ist die Zahl der Opfer an Flüssen im letzten Jahr von 2 auf 6 gestiegen.

Dazu der DLRG-Landesgeschäftsführer: „Flüsse und allgemein unbewachte Gewässer sollten möglichst gemieden werden. Am sichersten ist das Baden und Schwimmen dort, wo Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer im Notfall direkt vor Ort sind.“

Worauf sollte man am Wasser achten?

Blöcker: „Am sichersten ist es, an einem bewachten Strand baden zu gehen – also dort, wo Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Einsatz sind. Sie erkennen das meist an der rot-gelben Flagge am Strand.

Wichtig ist außerdem, die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen und niemals alkoholisiert ins Wasser zu gehen. Gerade kaltes Wasser oder starke Strömungen können schnell zur Gefahr werden.

Wir empfehlen außerdem, langsam ins Wasser zu gehen, statt direkt hineinzuspringen – besonders an heißen Tagen kann der Temperaturunterschied den Kreislauf stark belasten.

Und ganz wichtig: Kinder sollten am Wasser niemals unbeaufsichtigt sein.“

Warum sind so viele ältere Menschen unter den Opfern?

Blöcker: „Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen spielen gesundheitliche Faktoren eine größere Rolle. Mit zunehmendem Alter treten häufiger Herz-Kreislauf-Probleme auf. Wenn jemand an einem heißen Tag plötzlich ins kalte Wasser springt, kann der starke Temperaturunterschied den Kreislauf überfordern.

Ein weiterer Punkt ist die körperliche Leistungsfähigkeit. Viele Menschen überschätzen ihre Ausdauer im Wasser oder unterschätzen Strömungen und Wassertemperaturen. Wenn dann die Kräfte nachlassen, kann eine Situation schnell kritisch werden.

Außerdem sehen wir, dass immer mehr ältere Menschen sehr aktiv sind und ihre Freizeit am Wasser verbringen – beim Schwimmen oder Stand-up-Paddling. Das ist grundsätzlich positiv, erhöht statistisch aber auch das Risiko für Unfälle.“

Wie verbessert die DLRG die Sicherheit am und im Wasser?

Blöcker: „Es geht darum, dass wir die Menschen aufklären, dass sie zum Beispiel einfache Baderegeln beachten. Im Zweifel, wenn sie ein Sportgerät nutzen, auch eine Schwimmweste tragen. Und das Allerwichtigste, dass sie möglichst von klein auf sicher schwimmen lernen. Also wenn alle Kinder nach der Grundschule sichere Schwimmerinnen und Schwimmer wären, dann wäre viel geholfen für die Sicherheit im Wasser und wir hätten wahrscheinlich deutlich weniger Todesopfer zu beklagen.“

 

 

Über die DLRG

Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 55.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jährlich 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt derzeit über 640.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

 

Alle Informationen zur bundesweiten DLRG Statistik „Todesfälle durch Ertrinken 2025“ gibt es im Internet unter dlrg.de/statistik-ertrinken.

Pressekontakt: Ken Blöcker, Landesgeschäftsführer und Pressesprecher, 04351 71 77 0, ken.bloecker@dlrg.org 

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